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Zweite Herren | 13. Februar 2018

Sieg gegen Stadthagen

Nach den furios erkämpften zwei Punkten im Spitzenspiel gegen den TSV Neustadt hieß es nun für die Amateure den nächsten Schritt zu machen. Dafür packte man seine sieben Sachen und trat bei bestem Fritz-Walter-Wetter die weite Reise in die ferne Schaumburger Metropole Stadthagen an. Wir wussten was uns erwarten würde, denn, wie wir im ersten Spiel des Jahres am eigenen Leib erfahren mussten, kann in dieser Liga jeder jeden schlagen. 

Auf dem Papier als die bessere Mannschaft gehandelt, begann die Vinnhorster Reserve jedoch mit einer dicken Schippe Sand im Getriebe. Stadthagen, auswärts ohne Peeke kein leichter Gegner, startete mit einem Auftakt nach Maß und führte nach fünf Minuten mit 3:1. Nun hieß es in einem in der Anfangsphase von der Spannung geprägten Spiel über den Kampf den Weg ins Spiel zu finden. Zudem machte sich nun auch auf Amateurseite der nötige Schluck Zielwasser bemerkbar. Da sich aber die Abwehr teilweise offen wie ein Scheunentor zeigte, konnte sich bis zur Hälfte der ersten Halbzeit keine Mannschaft wirklich absetzen. Doch plötzlich griffen bei den Jungs vom Kanal die Automatismen: Ali zog beim Siebenmeter den Rollladen runter, vorne wurden Tore am Fließband produziert, das Spiel kippte zu unseren Gunsten und mit einem 5:0 Lauf zogen wir auf 12:7 davon. Beendet wurde der Zwischensprint durch zwei etwas strittige Zeitstrafen gegen uns – in England hätte das wohl keiner gepfiffen. Stadthagen kämpfte mit harten Bandagen, doch wir antworteten mit internationaler Härte und konnten die Gastgeber in Schach zu halten. So ging es beim Stande von 10:14 aus Gastgebersicht zum Pausentee. 

Nachdem das Trainer-Duo Pohl-Boldt in der Pause selektiv an den notwendigen Stellschrauben korrigiert hatte, gelang es uns noch eine Schippe draufzulegen. Vom mitgereisten 8. Mann nach vorne gepeitscht vermochten wir die Führung über weite Strecken auf sechs Tore auszubauen. Nachdem Taler sich im Tor bei einem Wurf von außen freiköpfte, hätte nach den Regeln des Ausbottens eigentlich der Stadthagener Außen ins Vinnhorster Tor gemusst. Wie dem auch sei, hinten brannte es nun nur noch zeitlich partiell lichterloh, wenn die Abwehr zu übermotiviert herausstürmte. Stadthagen versuchte es in der Folge weitestgehend erfolglos mit der Brechstange und ließ sich peu à peu den Schneid abkaufen. Mit dem gewissen Quentchen Glück wäre man schon zehn Minuten vor Schluss in der Lage gewesen, den Sack zuzumachen. Doch als die Amateure sieben Minuten vor Abpfiff zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt aufgrund einer dezent vermeidbaren Zeitstrafe dezimiert weitermachen mussten, wurde es nochmal kurzzeitig spannend(er) und die Gastgeber konnten auf drei Tore verkürzen. Schlussendlich brotlose Kunst, denn einem kurzen Schlagabtausch, in dem beide Teams dahin gingen, wo es weh tut, folgte ein Doppelschlag des verlorenen Sohns Simon, der nach dem #Sockengate von letzter Woche heute die richtigen Vereinssocken im Kleiderschrank gefunden hatte. Anschließend machte Action-Böhme mit einem weiteren Doppelschlag den Deckel drauf und die Gastgeber ließen sich die Butter nun vollkommen vom Brot nehmen. Als die Messe mit der Schlusssirene gelesen war, folgte im Vergleich zur Vorwoche nur sehr bescheidener Jubel. 

Nicht zu Unrecht, denn obwohl die Amateure den längerer Atem bewiesen hatten, so müssen die erkämpften zwei Punkte doch eher unter der Kategorie „glanzloser Arbeitssieg“ verbucht werden. Aber verdient oder unverdient? Das fragt am Ende der Saison niemand! Emotional wurde es am Ende nochmal, als man sich völlig zu Recht bei den mitgereisten Fans bedankte, welche die Begegnung über weite Strecken in ein Heimspiel zu verwandeln wussten. 

Man muss konstatieren, dass bei den Amateuren nach wie vor die Mannschaft der Star ist. Lediglich Nr. 35 stach auch ohne Skickers in der Torschützenliste hervor und sammelte beim Heimpublikum fleißig Sympathiepunkte. Nun heißt es weiterhin den Ball flachzuhalten und von Spiel zu Spiel zu denken. Wenn am kommenden Samstag um 19:45h die HSG Bad Enstedt am Kanal empfangen wird, freuen wir uns wieder über zahlreiche Unterstützung.